Mo

21

Jan

2013

Schulaufbau

Schulgebäude
Schulgebäude

Am Dienstag den 8.Januar 2013 kamen alle Schulkinder wieder voller Motivation und neuem Elan in die Schule. Doch das Bild was sie dort erblickten war keineswegs erfreulich.

Die kompletten „Säle“ der Klassen 1-3 sind zusammen gestürzt und sahen wortwörtlich aus wie ein Pfannkuchen.
Es war ein wirklich sehr trauriger Anblick!
Die erste Schulwoche fiel der Unterricht für diese Klassen im Prinzip aus. Ein paar Kinder sind trotzdem in die Schule gekommen und wurden dann in die höheren Klassen mit hineingesetzt.
Unser Schulleiter, Geoffrey, der ja auch gleichzeitig unser Gastvater ist, hat sich dann an mich gewandt und gefragt was wir jetzt tun können.
Wir hielten es für die sinnvollste Lösung, die Säle noch mal provisorisch aus Holz aufzubauen, damit es den Kindern gewährleistet ist in die Schule zu kommen und zu lernen. Denn, um am richtigen Schulgebäude weiterbauen zu können, fehlen leider noch viele Gelder.

Nun bezogen wir den Schreiner mit ein, um einen Kostenvoranschlag zu bekommen, was das Vorhaben kosten solle.

Mir sind fast die Augen rausgefallen, als ich gesehen habe, wie viel so etwas kosten wird. Da ich aber schon vor meinem Aufenthalt angefangen habe Spenden zu sammeln, konnten wir den Bau finanzieren.
Als ich die Spendensache ein paar Tage später mit dem DRK abgesprochen hatte und das Geld auf dem Konto hatte, bin ich zu Geoffrey, der vor dem eingestürzten Gebäude stand, hin und meinte, dass das Geld nun zur Verfügung steht.
Und das war wirklich ein schöner Anblick!
J

Seine Augen strahlten richtig und man hat gemerkt, dass er sich schon vorgestellt hat, dass die Arbeiten schon am Wochenende starten können.

Ich fragte ihn, ob ich das Geld jetzt holen solle, oder erst am Montag, worauf er nur mit einem noch breiteren Grinsen antwortete: „Please, right now!“
Und schon hab ich mich mit Marlen und einem Cousin meiner Gastfamilie auf den Weg in die Stadt gemacht, um das Geld von der Bank abzuheben.
Natürlich, wenn ich sonst immer bei der Bank bin bekomme ich alles in 20 Cedi Scheinen, wenn nicht sogar größer. Aber an diesem Tag bekam ich alles in 10 Cedi Scheinen- na super! Ein riesen Batzen Geld in 10 Cedi Scheinen.
Auf dem Rückweg habe ich mich irgendwie unsicher gefühlt mit so viel Geld in der Tasche, aber ein Glück hatten wir ja einen „Bodyguard“! :D
Abends haben wir Geoffrey dann das Geld übergeben und darauf mit einem alkoholfreien Sekt angestoßen.
Geoffrey war wirklich überglücklich und hat gar nicht mehr aufgehört zu grinsen und mir im Namen aller zu Danken.
J

Er hat sofort den Co-Direktor angerufen, um samstags morgens in aller Frühe alle Materialien zu besorgen, um wie schon gedacht, gleich am Wochenende alles aufzubauen.

Da wir gerne dabei sein wollten, sind wir also am Samstag auch sehr früh aufgestanden, haben zusammen einen Transporter besorgt und sind in ein Dorf gefahren, um bei einem Händler Holz, Nägel, Dachbahnen und sonstiges Baumaterial zu besorgen.
Natürlich hat der Verkäufer die Fährte auf mehr Geld gerochen, weil zwei Weiße dabei sind. Doch die Lehrer haben ganz gut mit ihnen gehandelt.

Als Marlen und ich im Auto gewartet haben, haben wir uns gedacht wir machen mal das Radio an, um ein bisschen Musik zu hören. Das war leider ein Fehler, denn das Auto ist nicht mehr angesprungen! :D

Wir haben uns etwas geschämt, aber wir wären ja nicht in Ghana, wenn die Fahrer nicht schon mit einer solchen Situation vertraut wären. Also haben alle Mann angeschoben und nach einigen Metern konnten wir dann weiterfahren.
Da haben wir noch mal Glück gehabt!
J
Als der LKW vollgeladen war, hieß es ab nach Hause, wo schon viele Helfer sehnsüchtig auf uns warteten und gleich angefangen haben den LKW abzuladen.
Da es eine kurze Nacht war habe ich mich dann erstmal wieder in mein Bett gelegt, wurde aber auch schon bald vom Hämmern geweckt.
Geoffrey hat tatsächlich mit dem Schreiner verhandelt, dass er es versuchen soll, die Räume binnen des Wochenendes fertig zu stellen.

Da ich nicht nur unnütze rum stehen wollte, habe ich geholfen die Nägel zu präparieren, damit sie wenn sie in das Dach geschlagen werden, kein Wasserdurchlassen (Sinn hab ich trotzdem nicht verstanden, weil es eh schon spezielle Nägel für Dächer waren, aber macht nichts J )
Der Schreiner und einige Lehrer arbeiteten das Wochenende durch und so standen die 3 Räume am Dienstag wieder vollständig.
Als alles fertig war, kam Geoffrey noch mal zu mir und dankte mir noch mal und auch im Namen der Kinder und Eltern, die sich alle sehr gefreut haben.
J


Und genau diesen Dank möchten wir auch an Sie/Euch weitergeben, die diesen Bau erst ermöglicht haben!
J

 

Wir sind dem Ziel, ein richtiges Schulgebäude für die Kinder zu bauen zwar wieder ein Stück weiter entfernt, aber ich denke allein das Lächeln eines kleinen ghanaischen Schulkindes ist es wert, dass wir jetzt weiter an das positive denken! J

Bitte beachtet hierzu auch die Bilder in der Bildergalerie die den Aufbau der vorläufigen Klassenräume dokumentieren.

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Kommentare: 3
  • #1

    Christiane Neber (Montag, 21 Januar 2013 15:50)

    Hallo Alida,
    das hast Du ja toll hingekriegt.

    Liebe Grüße

    Christiane neber

  • #2

    matthias schultis (Donnerstag, 24 Januar 2013 20:41)

    Hi Alida,
    Ihr seid ein starkes Team-macht weiter. Wir denken oft an Dich.

  • #3

    Theresia Mark (Dienstag, 29 Januar 2013 12:54)

    Ich bin gespannt wie Du Dich fühlst wenn Du wieder in der Heimat bist, mit solchen Extremen Gegensätzen muss man auch erst leben lernen. Für uns zurück gebliebenen ist es kaum wirklich vorstellbar wie die Realität dort zu meistern ist. Schön ist es auch zu sehen, dass Spenden durchaus wichtig sind und nicht immer in falsche Kanäle laufen, weiterhin viel Engagement und Glück. Liebe Grüße Theresia

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