Di

16

Okt

2012

Grenzen, an denen man wächst!

Die letzte Woche verlief etwas anders als gedacht..
Montags startete ich wie erwähnt mit Wäsche waschen, was mich einigen Schweiß kostete, denn es dauerte sagenhafte 3 Stunden in der heißen Mittagssonne!
Ein Glück haben uns am Ende einige Mädchen in ihrer Pause geholfen, wahrscheinlich lag es eher daran, dass sie uns unbeholfenen Deutschen nicht mehr länger zusehen konnten! :D
Dienstag hieß es wieder: Schule!
Das heißt wiederum einen Haufen kaum zu bändigender Kinder zu unterrichten.
Den Unterricht gestalteten wir diesmal in einer theoretischen Stunde.
So versuchten Marlen und ich unser Bestes, den Kindern den Farbkreis mit Primär- und Sekundärfarben zu erklären!
Natürlich, um es nicht zu trocken zu gestalten, mussten sie alles abmalen!
Wir haben gedacht, dass dies weniger anstrengend sein würde, aber da haben wir uns getäuscht. Nachdem die Primärfarben, so wie sie auf der Tafel abgebildet waren, abgemalt wurden, kam jedes Kind einzeln und schrie: “Madame, Look!“ – natürlich sah es aus, wie an der Tafel abgebildet, aber die Kinder fragen trotzdem immer wieder.
Neben den Streitigkeiten, wer nun als erstes einen roten oder blauen Stift haben kann, war totale Unruhe! Jeder rannte quer durch das „Klassenzimmer“ und es war wirklich schwierig, einen ruhigen Kopf zu behalten!
An meine eigenen Grenzen bin ich am Mittwoch gestoßen!
Eine andere Volunteerin und Freundin von mir rief mich an, dass es ihr die ganze Nacht sehr schlecht ging.
Ich bin sofort zu ihr gefahren, um sie ins Krankenhaus zu bringen, doch an ihrem Haus angekommen, fand ich nur eine reglose Person auf!
Das waren wahrscheinlich die bisher schlimmsten paar Minuten, die sich wie Stunden anfühlten.
In Deutschland wäre es kein Problem gewesen, den Krankenwagen zu rufen, aber ich war in Ghana und das Telefonnetz hatte wieder mal den Geist aufgegeben!

Nachdem meine Freundin aus Ihrer Ohnmacht erwachte, habe ich sie sofort ins Krankenhaus gebracht!
Nach langem Warten wieder die Prognose: Malaria! Diesmal schienen die Symptome auch zu stimmen und da die Versorgung der Schwestern leider dort nicht ausreichend waren, blieben Kamala, auch eine Volunteerin, und ich die Nacht über im Krankenhaus, um Toilettengänge zu ermöglichen, die in dem geschwächten Zustand eine Weltreise zu sein schienen!
Nach einer Nacht haben die Medikamente zum Glück schon angeschlagen und ihr geht es wieder gut! :)
Den Unterricht habe ich daher leider ausfallen lassen, aber es gab in dem Moment einfach andere Prioritäten.
Am Freitag hatte eine gute Freundin Geburtstag und so fuhren wir das Wochenende nach Cape Coast!
Nach dem Stress der Woche gönnten wir uns die Übernachtungen in einem Beach Resort, welches von einem Deutschen geführt wird!
Eine wirklich schöne Anlage mit Bungalows und Restaurant, das direkt am Strand liegt.
Zum Essen wird eine Trommelshow geboten und verschiedene Tänzer oder Feuerspucker treten auf, also insgesamt eine schöne Atmosphäre.
Ich, die das deutsche Essen wirklich vermisst, bin hier total auf meine Kosten gekommen.
Neben leckerem Frühstück aus Pancakes und Omelette, gab es hier Pizza, Salate und das Wichtigste: Spaghetti Carbonara! :)
Ich habe sogar einen anderen Freiwilligen kennengelernt, der auch aus dem Odenwald kommt. Da sieht man mal wieder wie klein die Welt ist, da wir sogar die gleichen Leute kennen. :D
Das Cape Coast Castle konnten wir leider nicht besichtigen, aber dafür sind wir über den Markt gelaufen und haben viele Souvenirs gekauft und werden sogar immer besser im Verhandeln.
Seit meinem ersten Tag in Afrika ist nun ein Monat vergangen und es ist schon so viel passiert!
Man lernt nicht nur Land, Menschen und Kultur kennen, sondern man lernt sich besser kennen, da man hier an Grenzen stößt, die man überwinden muss!
Doch je länger man hier ist und das alles erlebt, umso mehr verliebt man sich in das Land und was dort passiert!
Jetzt bin ich wieder mal gespannt, auf das was diese Woche mit sich bringt! :)

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Kommentare: 2
  • #1

    Theresia Mark (Dienstag, 16 Oktober 2012 11:40)

    Endlich, wenn auch nur teilweise, positive Nachrichten. Du wirst sehn, es wird immer besser. Es würde mich interresieren, wie Du Dich mit den Kindern verständigst? Alles Gute weiterhin - theresia

  • #2

    Rainer (Dienstag, 16 Oktober 2012 17:33)

    ..na das freut uns auch, wenn es für Dich jetzt auch schöne Momente gibt. Was machen die fußballerischen Talente....noch 20 Monate bis zur WM :-))

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