So

16

Jun

2013

Von Beerdigung bis zur Malaria

Endlich finde ich mal wieder Zeit um zu schreiben.
Die letzte Zeit ist ziemlich viel passiert!

Fangen wir damit an, dass hier im Dorf eine riesige Beerdigung war.

 

Unser Dorf Gomoa Ojobi ist mit dem Taxi von der Hauptstraße zu erreichen, deshalb haben wir eine große Junction, an der ziemliche viele Taxis stehen um in die umliegenden Dörfer zu fahren. Natürlich kennt sich jeder untereinander.

Der Taxifahrer Frankie, der auch Bruder meines einen Onkels ist, war auf der Hauptstraße von unserer Junction nach Winneba unterwegs, mit 4 Insassen.

Dort ist wohl ein ziemlich schrecklicher Unfall passiert, bei dem alle im Taxi gestorben sind.

Da die Mitfahrer fast alle aus Ojobi kamen, war hier donnerstags bis Montags die Hölle los. Normalerweise ist hier kein Verkehr, aber es war einfach die Hölle los.

Auch bei uns zuhause haben mehrere Familienangehörige geschlafen.
Das artete natürlich in viel Trauer, aber auch Alkohol aus.

Beerdigungen sind hier in Ghana aber ganz anders als in Deutschland. Denn hier feiert man das Leben, dass der jenige gelebt hat und freut sich darüber.

Trotzdem wurde die Stimmung mit einem heftigen Sturm und spektakulären Blitzgewitter untermalt, dazu gehört natürlich auch, dass der Strom ausfiel.

Das ganze Dorf trug in diesen Tagen die Farben Rot und Schwarz, die als Trauerfarben gelten.

Auch hat fast niemand gearbeitet.

 

Die Arbeiter wollten eigentlich an besagtem Donnerstag weiterarbeiten, doch war klar, dass wegen der Beerdigung keiner kommen wird. Was auch sehr verständlich ist!
Was ich dann aber doch etwas unmöglich fand, dass sie dann einfach nicht mehr erschienen sind und Geoffrey ihnen wegen den Kostenvoranschlägen Tagelang hinterher telefoniert hat.

Der Grund war, dass sie in Accra ein anderes Projekt bekommen haben, bei dem mehr Geld raus springt, deshalb mussten wir warten.

Als dann endlich alle Leute da waren und Geoffrey mir jeden weiteren Schritt aufgelistet hat, konnte ich meinen Mund kaum zu bekommen.

Die Kosten, bis zur Fertigstellung sind anscheinend ins unermessliche gestiegen, weil die Arbeiter wahrscheinlich Lunte um Geld gerochen haben.

 

Bis zur Fertigstellung sollen es noch knapp 20.000 Euro sein. Und das ist ein unverschämter Preis!

Aber da ich mich schon informiert habe über einige Preise, habe ich schon Vorschläge ausgearbeitet, um die Kosten mindestens um die Hälfte zu reduzieren. J
Diese werde ich dann die nächsten Tage mit Geoffrey besprechen und hoffen dass ihm meine Ideen gefallen.

 

Der Grund warum das alles so lange dauert ist, da ich ca. seit einer Woche flach liege- Malaria!

Mir ging es ziemlich schlecht und ich hatte typische Malariasyptome wie Schüttelfrost und im nächsten Moment schwitze ich wieder, hohes Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, usw.

Nachdem Marlen und ich das Fieber am dritten Tag nicht mehr runter bekommen haben, und das Thermometer schon 40° Grad anzeigte und nicht den Anschein hatte zu sinken, wurde ich nachts ins Krankenhaus gebracht.

 

Notaufnahme? –Nein die gibt es nicht. In der „Eingangshalle“ also halb draußen auf der Straße wurden mir Fieber und Blutdruck gemessen. Jeder konnte natürlich zuschauen.

Der Arzt zu dem ich dann gebracht wurde war eigentlich sehr kompetent bis zu dem Punkt, als er meine Hand ziemlich innig begutachtete.

Dann ging es weiter zum Spritzen geben, denn weil der Arzt die Vermutung hatte, dass es Malaria ist, wurden mir Malariaspritzen gegeben.

Da haben zwei Schwestern in einem schmalen Gang gemacht.

Die eine aß gemütlich ihr Omelette während sie meine Spritze zubereitete. :D

Die nächste drehte mich rum, Hände an die Hand, Hose runter und in jede Pobacke eine Spritze!- Das war verdammt schmerzhaft!

 

Ich durfte wieder nach Hause und am nächsten Morgen, wurde mir Blut abgenommen und weitere Malariatabletten verschrieben.

Jetzt geht es mir schon wesentlich besser und ich kann wieder aufstehen. J

Und jetzt kann ich mich auch wieder der Schule widmen und versuchen, noch so viel aufzubauen, wie es mit dem restlichen Geld möglich ist.

Auch wenn ich es gehofft hatte, aber fertigstellen kann ich die Schule leider nicht mehr, da wir kein Geld mehr zu Verfügung haben.

Trotzdem werde ich alles versuchen! J

Diese Woche fangen die Abschlussexamen für die J.H.S. an und deshalb wird auch wieder viel zu tun sein.


Also bis bald!

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